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Bewässerungskanal Val Pardi

In den Sommermonaten warten Freiwillige jeweils für eine Woche den von Schülern widerbelebten Wasserkanal von der Val Pardi in Richtung Nuglix. So werden die Wiesen und Obstbäume am Südhang unter Trin Dorf bewässert und im Sommer vor dem Austrocknen bewahrt.

Südlich des Dorfes Trin verwendete man die verschiedenen Dorfabwässer (Gassen- und Brunnenabwässer) die zunächst in die Val Pardi und dann in verschiedene Neben- und Feingräben weitergeleitet wurden.
Hiezu existiert ein interessanter Wasserrodel von 1660*. Darin hiess das Wasser der Val Pardi "Aua da Quadris da sut Baselga". An dieser Nutzung waren 10 Personenkreise oder Parteien (Lose) mit insgesamt 60 Grundbesitzern beteiligt. Den 10 Parteien oder Losen stand je ein Mann als Haupt ("Chiau") vor. diese Genossenschafter nutzten das Wasser von Montag bis Freitag, jedes Los während eines Tages, alle 10 Lose also einmal in 2 Wochen.
Innerhalb des einzelnen Loses, das je zwischen drei bis neun Grundbesitzer umfasste, oblag die Verteilung des Wassers den einzelnen Genossenschaftern, und zwar im Verhältnis des Flächenmasses ihrer Äcker oder Wiesen. Die Ausdehnung derselben variierte zwischen 1 Mal ("tschavera", ca. 12 Aren) und 12 Mal; innerhalb eines Loses schwankte das Ausmass zwischen 18 und 24 Mal. So traf es im Durchschnitt ungefähr 1 Stunde Bewässerung innerhalb von zwei Wochen für einen Acker von 12 Aren.
Die Angaben in Mal weisen auf Ackerland hin; so ist davon auszugehen, dass es sich im Gelände von Quadris und Dabi vorwiegend um eine Ackerbewässerung handelte.
Der Wasserrodel von 1660 enthält noch den Hinweis, dass die "Aua da Quadris" am Samstag und Sonntag nach Dabi gehe. Damit ist angedeutet, dass das tiefergelegene Ackergelände von Dabi einem anderen Rodsystem unterstellt war, in welchem die dortigen Grundbesitzer vermutlich ähnlich wie die von Quadris mit einer speziellen Wasserordnung eingebunden waren. (aus: Trinserbuch, Seite 144, von Martin Bundi, Chur)


* StAGR, Privathandschriften A 159