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IG Obst Graubünden
Obstverein Mittelbünden
Obstverein Surselva
Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin
 Obsthang unterhalb von Trin 
 

Obstbäume

Der Südhang zwischen Trin Dorf und Digg wurde gemäss P. Bolli, "Obstland Graubünden", erst um die Mitte des 19.Jh. mit Obstbäumen bepflanzt. Zu dieser Zeit wurde das Obst als gesundes Nahrungsmittel propagiert. Es wird angenommen, dass dazumal die Bewässerung noch in Betrieb war.

Im Jahr 2007 wurden alle Obstbäume zwischen Trin Dorf und Digg kartiert. Es wurden im Landwirtschaftsgebiet rund 400 Birn-, 300 Apfel-, 150 Kirsch- und 40 Zwetschgenbäume aufgenommen. Seither hat sich der Bestand infolge von Abgängen durch Trockenheit, sowie Engerlingsplage und Neupflanzungen weiter verändert.

Trin Mulin ist in den ebenen Lagen wegen der vorherrschenden Seekreide für Obst ungeeignet. Nur die nicht allzu trockenen Hanglagen und das Gebiet Pintrun eignen sich für die Pflanzung von Obstbäumen.
In Pintrun besteht ein Obstgarten der Pro Spezie Rara im Besitz von Richard  & Dora Gaudenz mit Schweizer Obstraritäten.

Der ehemals bewässerte Südhang zwischen Trin und Digg ist geprägt durch Hunderte von Hochstämmen Auf den Bäumen reifen Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen und Quitten sowie Baumnüsse.
Der Boden lässt sich darüberhinaus – allerdings nicht mit Höchsterträgen – als Wiese oder Weide, früher auch als Getreideacker nutzen. Hier kommen noch zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten vor, welche auf diesen unter Föhneinfluss milden Standort angepasst leben, aber auch von der traditionellen Bewirtschaftung abhängig sind. Insbesondere wird diese halboffene Landschaft von vielen Vogelarten bewohnt.


Pflanzaktionen 

Im Zuge der beiden Pflanzaktionen der OBSTVEREINE GRAUBÜNDEN von 2009/10 und 2012/13 wurden in Trin 101 Obstbäume neu gepflanzt, davon bekamen 61 Jungbäume ihren neuen Standort zwischen Dorf und Digg. Allerdings bereiteten insbesondere Engerlinge und Wetterextreme der Jahre 2012/13 grosse Probleme während der Anwachsphase.


Pflege / Unterhalt

Zahlreiche Bäume werden von den Bewirtschaftern oder den Grundeigentümern regelmässig geschnitten, ausser dem Engerlingspilz Beauvaria werden auf Gemeindegebiet von Trin keine Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Der auf Obstgärten spezialisierte und vom Aussterben bedrohte Wiedehopf kann leider nur noch selten beobachtet werden.

Ein wichtiger Punkt bei der Pflege der Bäume ist neben dem dem Ertrag die Erstellung und der Unterhalt eines guten Stammschutzes, der die Bäume nicht nur vor dem Weidevieh, sondern auch vor Wildverbiss schützt. 

Die Wiederaufnahme der Bewässerung von der Val Pardi bis Nuglix 2008 (siehe "Bewässerungskanal") kommt auch den Obstbäumen zu Gute. Oberhalb desselben trocknen dagegen viele Obstbäume aus.

 
  
Obstbaumkataster 2007 - Gemeinde Trin